Der umfassende Schutz Ihrer Finanzen gelingt nur mit einem ganzheitlichen Ansatz

Menschen verwalten ihr Geld heute mit verschiedenen Endgeräten und nutzen dafür immer neue Finanzdienstleistungen. Diese Entwicklung ist angesichts des technischen Fortschritts und der allgemeinen Digitalisierung unseres Alltags wenig überraschend, hat aber eine Konsequenz, derer sich viele Menschen heute nicht bewusst sind: Der Schutz der eigenen Finanzen wird immer komplexer und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz.

Diese Gefahren sind in der Online-Finanzwelt zu beachten

Cyberangriffe betreffen alle Branchen. Die Finanzwelt ist hierbei keine Ausnahme. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber dennoch. Mögliche Schäden fallen, insbesondere für Einzelpersonen und kleinere Unternehmen, deutlich größer aus als in anderen Bereichen.

Der größte Risikofaktor ist das eigene Verhalten. Phishing und Social-Engineering wurden durch die generative KI deutlich effizienter. Schon kleine Unachtsamkeiten können dazu führen, dass Cyberkriminelle Zugriff auf Ihre Finanzdaten erhalten und im schlimmsten Fall Ihr hart erarbeitetes Geld verschwinden lassen.

Auch hinsichtlich der technischen Sicherheit gibt es einige signifikante Gefahren zu beachten. Öffentliche WLAN-Netzwerke sind häufig nicht sicher und können dazu führen, dass Cyberkriminelle Ihre Daten abfangen. Ein weiteres Problem ist versehentlich installierte Malware. Diese kann Ihre Geräte ausspionieren und damit ähnliche Probleme verursachen wie manipulierte WLAN-Netzwerke.

Ein weiteres Problem sind die häufig auftretenden Datenlecks und die mehrfache Verwendung des gleichen Passworts. Werden Ihre Zugangsdaten bei einem Cyberangriff gestohlen, können Kriminelle Ihr Passwort auch auf anderen Webseiten nutzen, um sich Zugriff auf Ihre Accounts zu verschaffen. Vermeiden kann man dies nur, indem man für jede Webseite ein unterschiedliches Passwort verwendet.

Gerätesicherheit – die Grundlage für sicheres Online-Banking

Wer auf seine Finanzen zugreift, braucht dafür ein sicheres Endgerät – egal ob es sich dabei um einen Laptop, ein Smartphone oder den heimischen Desktop-Computer handelt. Empfehlenswert ist es immer, alle empfohlenen Updates zu installieren. Wichtig ist zudem das Nutzungsverhalten: Vermeiden Sie illegale Inhalte, da diese häufig mit Malware und Viren belastet sind und Ihre Sicherheit kompromittieren können.

Wichtig ist zudem, bei der Installation von Apps vorsichtig zu sein. Auch im Apple App Store und im Google Play Store werden hin und wieder unsichere Apps zum Download bereitgestellt. Besonders gefährlich ist es, Apps zu installieren, die auf externen Webseiten bereitgestellt werden. Diese sind oft mit versteckten Viren und Malware belastet. Wenn Sie es mit Sicherheit wirklich ernst meinen, sollten Sie zudem die Zahl der Geräte begrenzen, mit denen Sie auf das Online-Banking zugreifen. Es ist nicht notwendig, sowohl mit Laptop, Tablet und Smartphone auf das Bankkonto zuzugreifen. Dafür reicht im Regelfall ein Gerät aus.

Nutzer mobiler Endgeräte sollten zudem vermeiden, ihre Geräte an öffentlichen Ladestationen zu laden. Hier kommt es immer häufiger zu sogenannten Juice Jacking-Angriffen. Über Ladekabel wird nicht nur Strom übertragen, sondern auch Daten und genau diese können Ihr Gerät manipulieren, indem Schadsoftware installiert wird oder Ihre Daten ausgelesen werden.

Mehr Sicherheit durch Apps – VPN, Antivirus und Co.

Werbung für VPNs, Antivirus-Software und ähnliche Dienstleistungen ist heute allgegenwärtig. Aber lohnen sich die verschiedenen Apps wirklich? Die Antwort auf diese Frage ist komplex. Unserer Meinung nach lohnen sich die meisten Antivirus-Programme nicht, da die bereits ab Werk installierten Systeme für ausreichend Schutz sorgen (etwa der Windows Defender).

Anders sieht die Lage bei VPNs aus. Diese sind für Nutzer, die oft unterwegs sind, durchaus sinnvoll, da sie für Schutz in öffentlichen WLAN-Netzwerken sorgen – etwa im Hotel, im Restaurant oder am Flughafen. Wenn Sie einen VPN auf Windows nutzen möchten, sind die Kosten zudem meist sehr überschaubar. Viele Anbieter stellen VPNs bereits für unter 5 Euro pro Monat bereit. Neben dem Schutz in öffentlichen WLAN-Netzwerken bieten VPNs noch eine Reihe weiterer Vorteile wie etwa den Zugriff auf mittels Geoblocking blockierter Inhalte sowie den Schutz der eigenen Privatsphäre über die Verschleierung der eigenen IP.

Sichere Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Wahl sicherer Passwörter beschränkt sich nicht nur auf die Kennwörter, die für das Online-Banking genutzt werden. Auch die Gerätepasswörter (und PINs) sind wichtig und sollten nicht mehrfach verwendet werden. Beachten Sie die Empfehlungen der Banken und Finanzdienstleister. Generell gilt, dass Passwörter sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben umfassen sollten sowie Sonderzeichen und Zahlen.

Neben sicheren Passwörtern ist auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung wichtig. Diese ist heute Standard, wenn es um Finanzdienstleistungen geht und macht neben dem Benutzernamen und Passwort einen zusätzlichen Einmalcode notwendig, um sich anzumelden. Dieser wird entweder über eine Authenticator-App bereitgestellt oder über E-Mail oder SMS.

Wenn ein Finanzdienstleister keine Zwei-Faktor-Authentifizierung bereitstellt, ist dies ein ernstzunehmendes Warnsignal.