Bezahlen, Einkaufen und mehr mit Kryptowährungen im Alltag: So funktioniert es in der Praxis

Bekannte Kryptowährungen können in Onlineshops häufig schon zum Einkaufen verwendet werden. Ob es um Glücksspiele geht, Gamingportale oder gar Lieferservices – die Akzeptanz ist für viele Anbieter bereits selbstverständlich. Trotz der vielen Vorteile von Kryptowährungen handelt es sich allerdings bis heute um eine Nischen-Zahlungsmethode. Was es bei der Verwendung von Kryptowährungen im Alltag zu bedenken gibt und wie Zahlungen mit den Coins in der Praxis möglich sind, zeigt der folgende Beitrag.

Wie verbreitet sind Kryptowährungen mittlerweile in Onlinehandel und Co.?

Wie Untersuchungen der bitkom zeigen, kann sich ein Viertel der Deutschen die Nutzung von Kryptowährungen zumindest vorstellen. Dazu müssten die digitalen Coins allerdings im Alltagsgeschäft weiter verbreitet sein. Insbesondere internationale Transaktionen, die Schnelligkeit und eine einfache Handhabung erfordern, wecken Interesse an Kryptowährungen als Zahlungsmethode.

Fest etabliert sind verschiedene Kryptowährungen deshalb schon in der virtuellen Glücksspielbranche: An Spielautomaten und Crash-Games können mit den Cryptocoins längst Einsätze platziert werden. Und das auch nahezu anonym: Wurden Bitcoin Casinos ohne Verifizierung getestet und bewertet, erfreuen sie sich einer hohen Beliebtheit unter Spielern. Schließlich vereinfachen sie Anmelde- und Bestätigungsprozesse und stellen das eigentliche Vergnügen stattdessen in den Vordergrund. Krypto-Zahlungen werden darüber hinaus auch in folgenden Shoparten akzeptiert:

  • Luxusshops wie Balenciaga
  • Gamingportale wie Steam
  • Drogerien wie Müller
  • Lieferservices wie Lieferando

Wer Kryptowährungen akzeptiert, sticht positiv aus der Masse heraus. Schließlich bringen Händler damit ein Händchen für Innovationen zum Ausdruck und gewähren ihren Kunden gleichzeitig mehr Flexibilität.

So funktionieren Krypto-Zahlungen in Onlineshops

Dienste wie Coinbase oder Bitpay ermöglichen es Onlinehändlern, Krypto-Zahlungen entgegenzunehmen. Mithilfe von Plugins kann die Zahlungsmöglichkeit unkompliziert integriert werden, sodass sich die Nische immer mehr Anbietern erschließt. Als Kunde müssen Sie die Zahlungsweise lediglich im Kassenbereich auswählen und den angezeigten QR-Code mit der App Ihres Kryptowallets scannen. Der genaue Betrag, beziehungsweise dessen Umrechnung und die Wallet-Adresse des Onlinehändlers werden in diesem Schritt angezeigt. Sie müssen die Transaktion deshalb nur noch prüfen und bestätigen. Dabei profitieren Sie von schnellen Transaktionen – auch im internationalen Zahlungsverkehr. Die Blockchain-Verschlüsselung hingegen sorgt für hohe Sicherheit bei allen Transaktionen.

Krypto-Zahlungen entgegennehmen: Das ist zu beachten

Doch was ist zu berücksichtigen, wenn Sie selbst Krypto-Zahlungen empfangen wollen? Zahlungen für Dienstleistungen oder Waren müssen von Empfängern genau dokumentiert werden. Auch Krypto-Zahlungen werden als Betriebseinnahmen verbucht – und zwar mit dem zugehörigen Euro-Wert zum Zeitpunkt ihres Erhalts. Die Umrechnung und die dazugehörige Quelle müssen im Detail festgehalten werden, sie fallen also unter die Buchhaltungspflicht.

Seit Inkrafttreten der MiCA-Verordnung sind vor allem größere Transaktionen genau festzuhalten. Neben Name und Adresse des Zahlenden sind auch die entsprechenden Wallet-Adressen zu berücksichtigen. Offensichtlich darf auch die Transaktions-ID dabei nicht in Vergessenheit geraten.

Besonders wichtig: Werden die eingenommenen Cryptocoins zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund der Kursschwankungen gewinnbringend verkauft, muss der Gewinn zusätzlich versteuert werden. Ab einer Wartezeit von zwölf Monaten können Sie allerdings von der Spekulationsfrist Gebrauch machen: Durch sie fällt der Gewinn unter bestimmten Bedingungen steuerfrei aus. Für Sie bedeutet das allerdings auch mehr Aufwand bei der Buchhaltung. Schließlich muss auch der Zeitpunkt des Verkaufs mit dokumentiert werden.