Kein Wirtschaftsaufschwung in Sicht

Auch gegen Ende des Jahres ringt die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz um Stabilität. Trotz vorsichtiger Hoffnung auf eine Trendwende, schrauben viele Firmen ihre Erwartungen zurück. Die jüngste Konjunkturumfrage zeigt auch, dass von Erholung weiterhin keine Rede sein kann.

Dauerflaute statt Erholungssignal

Rheinland-Pfalz will wirtschaftlich nicht aus dem Tiefschlaf kommen. Auch im Herbst bleibt die Lage angespannt und viele Betriebe gehen nicht davon aus, dass sich daran kurzfristig auch etwas ändern wird. Arne Rössel von der Industrie- und Handelskammer in Mainz hat die Situation deutlich beschrieben: „Die pessimistische Grundstimmung in den Unternehmen hat sich verfestigt. Nach zwei Jahren Rezession gibt es weiterhin keine belastbaren Anzeichen dafür, dass ein Aufschwung zu erwarten wäre.“

Die jüngste Erhebung der IHKs im Land zeigt, dass die Entwicklung stagniert. Der Konjunkturklimaindex, das ist ein zentraler Gradmesser für die wirtschaftliche Verfassung der Betriebe, kommt erneut nur auf 88 Punkte. Das ist exakt der Wert, der schon im Frühsommer ermittelt wurde. Von einer positiven Gesamtstimmung spricht die Kammer erst ab 100 Punkten. Dass die 100 Punkte-Marke weiterhin klar verfehlt wird, macht deutlich, wie groß aktuell die Verunsicherung ist.

Dienstleistungen halten sich, der Handel bleibt unter Druck

Die Umfrageergebnisse zeigen sehr starke Unterschiede zwischen den Branchen. Die Dienstleistungswirtschaft hat mit 99 Zählern fast eine neutrale Schwelle erreicht und schneidet damit vergleichsweise robust ab. Anders sieht es hingegen im Handel aus: Für diesen Bereich wurden gerade einmal 77 Punkte ermittelt. Dabei handelt es sich um einen Wert, der auf schwere strukturelle Belastungen hinweist.

Die Kaufkraft ist rückläufig, das Konsumentenverhalten hat sich verändert und die Preissteigerungen sind anhaltend. All das macht vielen Handelsbetrieben zu schaffen. Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Unternehmen auch mit höheren Kosten und eingeschränkten Absatzmöglichkeiten im Inland. Die Kombination aus einer schwachen Nachfrage und steigenden Ausgaben setzt der Branche besonders zu.

Unternehmen beurteilen Lage kritisch

Nur rund ein Fünftel der befragten Firmen bewertet ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als positiv. Die große Mehrheit hat ihre Lage lediglich als ausreichend oder negativ eingestuft.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate zeigen sich die Erwartungen ebenfalls verhalten: Gerade einmal 13 Prozent gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage verbessern wird. 87 Prozent rechnen damit, dass alles gleich bleibt oder sich sogar weiter eintrübt. Eine dynamische Erholung ist nach Einschätzung der meisten Unternehmen nicht in Sicht.

Belastungsfaktoren: Politik, Absatz und Kosten

Als größtes Risiko nennen die Unternehmen erneut die politischen Rahmenbedingungen. Die Sorge ist durchaus groß, dass regulatorische Unsicherheiten Investitionen bremsen und Planungen erschweren. Zusätzlich belasten die sinkenden Umsätze viele Betriebe im Inland.

Dass die Politik handeln muss, ist unumstritten. Doch es geht um die Frage, wie kann man die Wirtschaft ankurbeln? In den letzten Jahren haben die Politiker immer fragwürdige Entscheidungen getroffen. Ein Beispiel ist der deutsche Glücksspielstaatsvertrag. Sieht man sich die Online Casinos an, die bei Pokerscout gelistet und empfehlenswert sind, so haben diese keine deutsche Lizenz. Denn Online Casinos mit deutscher Lizenz haben kein Live Casino Angebot, schreiben einen monatlichen Maximalbetrag von 1.000 Euro vor, der auf das Glücksspielkonto transferiert werden darf und der Maximaleinsatz bei Slots ist auf 1 Euro begrenzt. Dass hier dann deshalb viel Geld ins Ausland wandert, ist nicht überraschend.

Ein weiterer zentraler Punkt sind die immer höher werdenden Arbeitskosten, die in manchen Branchen erheblichen Druck erzeugen. Höhere Personalausgaben bei einer gleichzeitig schwachen Nachfrage treffen insbesondere mittelständische Betriebe empfindlich. Die IHK hat etwa betont, dass diese Faktoren in Kombination ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld schaffen, das auf absehbare Zeit bestehen bleiben könnte.

Fast tausend Unternehmen haben einen Einblick gegeben

Für die Umfrage wurden 987 Firmen aus Rheinland-Pfalz befragt, zusammen beschäftigen sie rund 161.200 Menschen. Die breite Beteiligung unterstreicht die Aussagekraft der Ergebnisse und zeigt, wie umfassend die Unsicherheit derzeit in der Wirtschaft verankert ist.